Seit 2006 ist die Brennerautobahn mit 20% am Institut für Innovative Technologien (I.I.T.) beteiligt. Dabei handelt es sich um eine Gesellschaft mit dem Zweck der Schaffung eines industriellen Backgrounds für die Produktion von Wasserstoff durch die Nutzung erneuerbarer Energien ist. Unter den Entwicklungs-programmen sticht besonders der Bau einer H2-Auftankstation pro 100 km entlang des Abschnittes München-Modena (mit einer Gesamtlänge von 650 km) hervor. Im März dieses Jahres hat der Verwaltungsrat der A22 die Errichtung der ersten Pilotanlage in Bozen Süd beschlossen. In der Hauptstadt der Provinz Südtirol entsteht also die erste von fünf von der Brennerautobahn gewidmeten Einrichtungen für die Erzeugung und Verteilung von grünem Wasserstoff, also Wasserstoff, der ausschließlich durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen erzeugt wird (Sonne, Wind, Wasser, also Solarenergie, Windkraftenergie und Wasserkraftenergie). Im Entwicklungsplan der Brennerautobahn AG ist die Errichtung zukünftiger Anlagen am Brennerpass, bei Nogaredo und an den Autobahnkreuzen zur A4 und A1 vorgesehen.
Zusätzlich hat die Brennerautobahn AG einen Plan für Versuche mit der Verwendung von Brennstoffzellen ins Leben gerufen, um dadurch einige technische Anlagen entlang der Autobahn energietechnisch unabhängig zu machen. Der für die Versorgung der verschiedenen ITS (Intelligent Traffic Systems) Vorrichtungen notwendige Strom wird mithilfe von Wasserstoff produziert, der nicht verbrennt wird, sondern mit Sauerstoff über eine kontrollierte chemische Reaktion vermischt wird. Einer der größten Vorteile einer derartigen Energiegewinnung besteht darin, dass durch die Verwendung beim Prozess von reinem Wasserstoff anstatt eines mit Wasserstoff angereicherten fossilen Brennstoffs die einzigen Produkte der chemischen Reaktion Wärme und Wasser sind.
Zweck des Projekts ist die mittel-langfristige Förderung des Wasserstoffs als neuer Energieträger, um das Problem der Co2-Emissionen in den Griff zu bekommen und einige technische Anlagen ohne Stromanschluss unabhängig zu machen.
Neben der Autobahnmautstelle Bozen Süd wurde eine Fläche, die sich im Besitz der Brennerautobahn AG befindet, für die Errichtung der ersten Wasserstoffherstellungs- und -versorgungsanlage zur Nutzung durch die A22 und der umliegenden Gebiete bestimmt. Die Errichtung der obengenannten Wasserstoffpilotanlage hat den Zweck, die Schaffung neuer Aktivitäten im Industrie- und Handwerksbereich zu unterstützen, ein breites technisches Allgemeinwissen über die Wasserstofftechnologie zu entwickeln und die erneuerbaren Energien in Allgemeinen zu fördern. Unterschiedliche Beweggründe führten zur Entscheidung der Errichtung einer Wasserstoffpilotanlage. Vor allem wurde ihre strategisch günstige geographische Lage berücksichtigt, da sich die Pilotanlage ungefähr in der vom Industrieentwicklungsprogramm der IIT erkannten Mitte der Autobahnstrecke München-Modena und nahe der Stadtgrenze von Bozen befindet. Diese Stadt hat sich bereits mit der Entwicklung erneuerbarer Energien beschäftigt. Außerdem kann eine auf dieser Fläche errichtete Wasserstoffherstellungs- und -versorgungsanlage auch zum Betanken der öffentlichen Verkehrsmittel der Provinz Bozen, die momentan mit Erdgas versorgt werden, sowie zum Auftanken von Personenkraftwagen genützt werden.