a22 autostrada del brennero

Erster Bauabschnitt

Mit der Entwicklung des Tourismus und der damit verbundenen Aktivitäten in der Region Trentino-Südtirol zeigten sich in den 50er Jahren die Schwächen des bestehenden Straßennetzes, dessen Kapazitäten besonders während der Sommermonate nicht ausreichten, dem angestiegenen Verkehrsaufkommen Herr zu werden. Innerhalb der Regionalverwaltung wuchs daher die Überzeugung, dass eine neue Straßenverbindung in Form einer Autobahn notwendig sei. Die Brennerautobahn AG wurde am 20. Februar 1959 nicht ohne politische und finanzielle Schwierigkeiten und auf direkte Initiative der an der neuen Straßenverbindung interessierten Behörden gegründet. Gemäß Gesetz Nr. 729 vom 24. Juli 1961 erhielt die Gesellschaft vom Staat die Konzession für den Bau und den darauf folgenden Betrieb der Autobahn. In der darauf folgenden Projektierungsphase mussten viele Probleme technischer Natur gelöst werden. Vor allem im Alpenbereich nördlich von Bozen sah man sich mit einer schwierig zu verbauenden und auch aus umwelttechnischen Gründen sensiblen Landschaft konfrontiert.   Am 26. September 1960 wurde vom Verwaltungsrat der Brennerautobahn AG ein Vorprojekt genehmigt, das den endgültigen Streckenverlauf vorsah. Mit Dekret des Ministers für Öffentliche Arbeiten vom 29. Januar 1963 wurden der Bau und der Betrieb des Abschnittes Brenner - Verona genehmigt und mit Dekret vom 20. Mai 1963 Bau und Betrieb des Abschnittes Verona - Modena. Am 26. März 1964 wurde beim Sitz der Brennerautobahn der Bau des ersten Abschnittes Bozen Süd - Trento Nord vergeben. Die Arbeiten begannen am 4. Mai 1964. Unmittelbar nach Genehmigung der Darlehen seitens der Europäischen Investitionsbank von Brüssel und des Kreditkonsortiums für Öffentliche Arbeiten in Rom begann die Autobahngesellschaft mit der Vergabe der nachfolgenden Baulose und -abschnitte. Der erste Autobahnabschnitt im Etschtal von Bozen nach Trient, mit einer Länge von ca. 50 km, wurde am 21. Dezember 1968 für den Verkehr freigegeben. Ab dem 27. Juli 1972 war die Autobahn ohne Unterbrechungen vom Brenner bis Klausen (54 km) und von Bozen bis Modena (228 km) befahrbar. Damit nahm die Brennerautobahn ihre Funktion als große europäische Verkehrsader - so wie in der Genfer Konvention von 1950 vorgesehen- auf und fügte sich in das deutsche und österreichische Autobahnsystem ein. Am 11. April 1974 wurde auch der letzte Abschnitt Klausen - Bozen Süd für den Verkehr freigegeben, in dem sich die meisten, technisch extrem anspruchsvollen Bauten wie Brücken, Viadukte und Tunnels konzentrierten.

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